“Heutzutage ist ein Diplomat nichts weiter als ein Oberkellner, dem es gelegentlich erlaubt ist, sich hinzusetzen.”
3. Juli 2009Peter Ustinov – Weltbürger/Künstler – 1921 – 2004
Peter Ustinov – Weltbürger/Künstler – 1921 – 2004
Der Oberkommandierende der USA, Präsident Barack Hussein Obama, hat seinen Truppen Befehl zu einer Großoffensive in Afghanistan gegeben. Tausende US-Soldaten starteten am frühen Donnerstag morgen in der Provinz Helmand im Süden des Landes Angriffe auf Besatzungsgegner. Nach Angaben der Armee sind 4000 US-Marineinfanteristen und 650 afghanische Soldaten in Marsch gesetzt worden. »Der Einsatz unterscheidet sich von früheren durch die massive Truppenstärke und das Tempo, in dem wir vordringen«, hieß es in einer Erklärung von Brigadegeneral Larry Nicholson. Die Armee werde die eroberten Gebiete zudem anders als bislang halten. Die Truppen sollen Stützpunkte errichten und in Helmand bleiben, berichtete der US-Sender NBC. Die Sicherheitslage in der Provinz solle langfristig verbessert werden, damit die Bevölkerung eine legitime Regierung einsetzen könne, sagte ein Militärvertreter dem Sender.
Das hört sich wie immer politisch korrekt und gut an. Allein der Name der Kriegseinsatzes läßt aber schon Schlimmes erahnen. Obamas erste große Offensive am Hindukusch ist »Handschar« benannt. Das heiße »soviel wie Schwertstreich«, erklärte Spiegel online, »aber bei der Offensive des US-Militärs sind deutlich schwerere Waffen im Einsatz«. Andere Medien verwiesen auf den so benannten handgeschmiedeten arabischen Krummdolch. Historisch Bewanderte dürften sich vor allem an die gleichnamige berüchtigte Einheit der Waffen-SS erinnern, die während des Zweiten Weltkrieges auf dem Balkan wütete. Ab Februar 1944 machten die Gebirgsjäger der sogenannten Handschar-Division Jagd auf kommunistische Partisanen im besetzten Jugoslawien. Die gegnerischen Kräfte wurden auch damals als »Banditen«, »Aufständische« und »Terroristen« bezeichnet. Rigoros war das faschistische Terrorkommando damals gegen die Zivilbevölkerung vorgegangen. Heinrich Himmlers Handschar-SS ermordete bei sogenannten Vergeltungsaktionen mehrere tausend Serben.
Soweit bisher bekannt, sind Bundeswehrsoldaten an der Handschar-Bodenoffensive Obamas nicht beteiligt. Unklar ist allerdings, inwiefern Deutsche bei der Luftaufklärung mitwirken. Neben den im Afghanistan-Krieg bereits eingesetzten Tornado-Jets sollen künftig auch AWACS-Aufklärungsflugzeuge, deren Besatzung zu einem Drittel von der Bundeswehr gestellt wird, am Hindukusch zum Einsatz kommen. Die neuerliche Kriegseskalation wollte der Bundestag am Donnerstag abend (nach Redaktionsschluß) mit großer Mehrheit beschließen. Einzig die Linksfraktion fordert geschlossen den Abzug der deutschen Truppen.
Die Bevölkerung Deutschlands schätzt die Lage in Afghanistan dagegen vernünftiger ein als das Gros der von ihr gewählten Mandatsträger im Bundestag. Laut ARD-DeutschlandTrend stößt der Kriegseinsatz auf die bislang größte Ablehnung. Der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage zufolge sprechen sich 69 Prozent der Bundesbürger dafür aus, daß die Bundeswehr »sich möglichst schnell aus Afghanistan zurückziehen sollte«. Die Forderung nach einem schnellen Rückzug findet eine Mehrheit bei den Anhängern aller Parteien – im Gegensatz zu deren Abgeordneten. Die größte Zustimmung erhält der Einsatz der Bundeswehr indes bei den Anhängern von Bündnis 90/Die Grünen.
Quelle/Gesamter Text: www.jungewelt.de
Die Lebensumstände der australischen Ureinwohner haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Fälle von Kindesmissbrauch und -vernachlässigung bei Aborigines verdoppelt, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht hervorgeht. So würden 35 von 1.000 Aborigines-Kindern Opfer von Missbrauch und Vernachlässigung – gegenüber sechs aus Nicht-Aborigines-Familien.
Die Mordrate unter den Ureinwohnern Australiens sei siebenmal höher als in der übrigen Bevölkerung, als Opfer häuslicher Gewalt würden Aborigines 34 Mal häufiger ins Krankenhaus gebracht. Zudem gebe es unter Aborigines die 13 Mal höhere Wahrscheinlichkeit im Gefängnis zu landen als unter den übrigen Australiern.
“Verheerender” Bericht
Australiens Regierungschef Kevin Rudd zeigte sich schockiert, er nannte den Bericht “verheerend”: “Die Tatsache, dass wir trotz aller Anstrengungen der Vergangenheit in so grundlegenden Dingen wie Lesen und Rechnen keine Fortschritte verzeichnen konnten, bedeutet, dass wir unsere Anstrengungen verdoppeln und verdreifachen müssen”, sagte er.
Der Bericht untersucht wichtige Indikatoren für Lebensqualität – bei 80 Prozent davon fanden die Autoren der Studie jedoch keine Anzeichen für eine Verbesserung. Was beispielsweise die Bildung angeht, verzeichneten sie sogar eine deutliche Verschlechterung. In vielen Bereichen tue sich gar nichts, sagte einer